Heimtiere

heimtiere-1Ein Kaninchen hat 28 bleibende Zähne, die lebenslang wachsen. Ein Meerschweinchen, ein Degu und ein Chinchilla haben 20 bleibende Zähne.
Die Wachstumsgeschwindigkeit der Zähne beim Kaninchen und Meerschweinchen zum Beispiel beträgt ca. 2–3 mm pro Woche, die Zähne sind „wurzellos“. Sie werden normalerweise durch Reibung beim Kauen abgenutzt. Bei den Hasenartigen und beim Meerschweinchen und Chinchilla wachsen nicht nur die Schneidezähne, sondern auch die Backenzähne lebenslang.

Hier ist es also sehr wichtig, dass eine optimale Ernährung durchgeführt wird, da sonst der Abrieb nicht gewährleistet ist. Und hieraus ergeben sich auch die meisten Zahnprobleme der genannten Tierarten. Ist der Abrieb nicht intensiv genug und die Längenverhältnisse der Backenzähne in der Maulhöhle stimmen nicht mehr, wachsen die Zähne retrograd, also „rückwärts“, und somit tiefer in den Kieferknochen hinein. Dies lässt sich durch Beulen (Bumps) am Unterkieferkamm manchmal tasten oder stellt sich beim tieferen Einwachsen in den Oberkiefer durch einen Augenausfluss/Nasenausfluss dar. Durch den entstehenden Druck auf die zu langen Zähne lockern sich diese und Futtermittel können im Zahnfach aufsteigen und eine Entzündung im Knochen bewirken. Der Besitzer bemerkt in diesem Zusammenhang z. B. einen Gewichtsverlust, Augenausfluss, starkes Speicheln, Durchfall oder andere Einschränkungen des Allgemeinbefindens. Diagnostiziert wird dieser Prozess durch Röntgenaufnahmen.

Veränderte Zähne werden gezogen, zu lange Zähne werden mit einer Turbine auf eine Referenzlinie eingekürzt, so dass wieder optimale Verhältnisse in der Maulhöhle herrschen.
heimtiere-2Ebenso können bei den Zwergrassen angeborene Kieferfehlstellung zu einem Überlängenwachstum der Schneidezähne führen. Ein zu lang gewachsener Zahn sollte niemals abgeknipst, sondern immer fachmännisch versorgt werden, das heißt unter Narkose mit einem zahnärztlichen Instrumentarium speziell für Heimtiere. Das Abknipsen der Zähne ist nicht mehr üblich und führt zu einer dauerhaften Schädigung der Zahns: er splittert.

Ziel unserer Therapie ist es, einen weitgehend natürlichen Zustand wiederherzustellen. Ein frühzeitiges Eingreifen garantiert einen nachhaltigen Erfolg.

Damit vermeidbare Erkrankungen in der Maulhöhle gar nicht erst auftreten, beraten wir Sie gerne vor der Anschaffung auch in Ernährungsfragen. Eine artgerechte, rohfaserreiche Fütterung kann Zahnprobleme verhindern.

Auch wenn Ihr Heimtier gesund erscheint, sollten halbjährliche Kontrollen des Gebisses durch einen Tierzahnarzt erfolgen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie einen sinnvollen wöchentlichen Heimtier-TÜV zu Hause durchführen können und worauf Sie achten sollten.